Poesie

HAB SCHLUCK DAS  MEER
GETRUNKEN.

SALZIG.

SEITDEM WELLT DAS MEER
IN MIR.

(2008)

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Jene Religion,
die nur dadurch existieren kann
sich von den anderen abzugrenzen,
ist eine Glaube an Grenze,
statt an jenen Gott.

Jene Religion,
die alle andere ausgrenzen muss
um zu existieren,
ist eine Glaube an Grenze,
wie an jenen Gott.

Aber ich glaub nicht an Grenze des Gottes.
Denn ich glaub nicht an Gott der Grenze.
Ich glaub nicht an Gott der Grenze.
Denn ich nicht glaub an Grenze des Gottes.

Denn ich glaub nicht an Grenzen.

(07.05.2016)

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m: WAS IST LIEBE FÜR DICH?
t: VERTRAUEN UND FREIHEIT.
m: ICH BEKOMME SEHR VIELE LIEBE VON DIR.

t: WAS IST LIEBE FÜR DICH?
m: … WEISS ICH NICHT ABER SIE MACHT MICH AUCH TRAURIG… ZUM TEIL.
t: FREUDE… UND TRAURIG ZU SEIN IST AUCH LIEBE.

(Nachts vorm Abflug, 2017)


 

Poesie in Wortwedding, 2010

Gedichtband, Jaja Verlag
DinA6, S/W mit Rot
13 Postkarten
ISBN 978-3-943417-10-4

 

Liebeserklärung als ein Planet

er ist ein planet.
ein planet
so groß und so stark
wie sie wie er wie du.

er ist ein planet.
das bin ich auch.
groß und stark,
wie sie wie er wie du.

du bist ein planet.
wenn ich bei dir bliebe
umkreiste nur noch um dich herum
wie sie wie er wie satellit.

wenn ich bei dir zu nah käme
stiesse ich mich in dich hinein
wie sie wie er wie komet.

und das wollte ich nicht.

bin kein Satellit.
und bin kein Komet.
bin ein planet
wie er wie sie wie du.

auf einmal waren wir nah
sehr nah.
unser orbit schienen parallel
waren aber nicht.

spur, schiene, gleise,
wo wir eingetreten sind und folgen müssten.
geschwindigkeit, winkel, richtung,
schneiden und scheitern uns.

aber bitte nicht weiten.
denn ich auch nicht weine.
wie sie wie er wie du wie ich.

schau, dadurch
ist so einen großen Raum entstanden
zwischen uns dadrinne.

sind noch viel mehr
Planeten, Satelitten, Kometen und Sterne zu finden.
wie sie wie er wie du wie ich.

du bist ein planet
ich wollte auch wie du.
wir werden uns bald wieder sehen
in unserem Zyklus
regelmäßig mit abständen

darum bitte nicht weinen.
denn ich auch nicht mehr weine.
wie sie wie er wie du.

(2016)

Geburtstag

Es tat so weh, als ich geboren wurde.
Ich hab ganz lang nicht verstanden,
warum ich geboren wurde.
Denn die Welt mir so Weh tat.
So viel Weh, als ich nie tragen könnte.

Deswegen feierte ich nie mein Geburtstag freiwillig. Von den Musen und Freunden bekam ich einiges Mal lustige Geburtstage. Aber es tat jedes Mal Weh, wenn ich denken müsste, warum ich geboren wurde, wieso.

Deswegen feiere ich lieber Geburtstags von dem anderen.
Aber nicht von mir.

Aber gestern auf der Vernissage an der Theke bekam ich plötzlich eine Überraschungsgeschenk zum Geburtstag, nachträglich aber. Nachträglich, das Wort liebe ich. Ich verpeile fast alle Geburtstage ausser mit sonder Schnapszahlen. Und wie oft ich das Wort im Jahr miteinbaue um Glück zu wünschen. Nachträglich!

Dann bekam ich Glückwünsche und Geschenk zum Geburtstag nach halbem Jahr (gefühlt, ist aber etwas übertrieben) nachträglich, gestern. Die Welt drehte sich plötzlich anderes um. Ich stand auf ein Mal auf dem anderen Halbkugel. Quasi. Auf der anderen Halbinsel mit öffnem Fenster.

Als ein Winterkind bin nicht gewöhnt, dass Freunde am öffnen Fenster mit Bier zu stehen. Zu meinem Geburtstag – nachträglich aber. Und so war alles Frühling – und Frühsommerhaft gestern.

Geburtstag.
Es tat so weh, als ich geboren wurde.
Inzwischen tut der Tag und das Leben nicht so viel mehr Weh und
frage ich nicht mehr nach wehen.
Denn ich älter geworden wurde.
Die Schmerze, merke ich nicht mehr wie früher,
denn die Schichte wächst unter meine Haut dick.
Und dicker.

Sonst tat mir das Leben so weh,
als es mir immer schien,
dass ich mir bald nicht mehr tragen kann,
wie ich nie tragen könnte.

Meine Mutter schenkte mir immer Materialien, die ich nie wirklich brauche.
Ausgerechnet zum Geburtstag.
Die Materialien, die ich nie brauche und nie gebrauchen würde.
An meinem Geburtstag. Ich musste immer meine Tränen verschlucken.
Ich musste immer das Geschenk und Geburtstag gleich in die Mülltonne weg werfen.
So wie mein Leben, mein Körper.
Ich weiss, dass es unverschämt von mir ist.
Deswegen statt wegzuschmeissen hab ich ihn auf der Strasse gestellt.
Den Geburtstag, das Geschenk und das Leben.

Aber gestern am öffnen Tür mit den Freunde und Überraschungen.
Bekam ich Glückwunsch zum Geburtstag nachträglich.
Hab mich nicht mehr gefragt, nach Weh und wehen.

Rollte meine Augen und dachte,
wäre unnötig gewesen.
Und fragte ich nach, wo diese Freude her kommt.
Und fragte, ob ich sie tragen könnte.

(2015)